Esther Burger

Palermo

Der Reiz verschiedenster Plakate mit Madonnenbildern war der Auslöser für die Erarbeitung dieses Themas.

Madonnenfiguren sind ein Teil des Alltags in  Palermo. Sie sind schick geschmückt, mit verschie-denen Bedeutungen, auf Plakaten abgebildet, um den Tag einer Prozession publik zu machen. Bei mehreren Dutzend Madonnen- und Marienkirchen in der Stadt sind laufend Prozessionen angekündigt. Dabei tragen Männer eine Statue der Heiligen Maria auf ihren Schultern und ziehen in einem prächtigen Umzug durch ihr Stadtviertel. 

Esther Burger faszinierte immer schon die Pracht der Plakate, die ein buntes Bild zeigen, frisch ge-klebt, abgerissen, Reste. Und diese Madonnenplakate sind so typisch für Italien.

Die Assoziationen des Madonnenbilds gehen bei ihr über das Religiöse hinaus, weil die Bilder allgemein einen Spiegel südeuropäischer Kultur zeigen, auch einen Mutter-Sohn-Konflikt. Und die Gestaltung mancher Plakate als Kitsch gehört wie Hochkultur zu unserem Leben und Alltag.

In ihrer Arbeit werden abgerissene Plakatfetzen mit Alltagsgegenständen wie Tischdecken kombiniert. Alles ist in Palermo gesammelt worden. Hiermit verbindet sie das gelebte Palermo, Religion und Alltag. Gleichzeitig überträgt sie damit die Ästhetik des Barocks, die den Madonnen zugrunde liegt, in die  Ästhetik der Gegenwartskunst. Das Material inspiriert zur Form und Farbe.

Esther Burgers Arbeiten wirken malerisch. Ihre  Arbeitsweise ist jedoch eher wie eine Collage zu  sehen. Ihr bevorzugtes Material ist der Kunststoff Acryl. Hier KUNST-Stoff in des Wortes wahrs-ter  Bedeutung – der Kunststoff wird zum Stoff für Kunst. Esther  Burger sagt dazu: „Der Künstler lebt mit  allem, was ihn umgibt, im Zusammenhang. Wir leben in einer Kunstwelt, Kunststoff-Welt und künstlichen Welt. Fast alles ist aus Kunststoff, was uns umgibt. Für Kunst braucht man keine Sprache, Kunst ist eine eigene Sprache.“

Geöffnet: Mo – Fr, 8 – 12 Uhr und zu Veranstaltungen in der Stadthalle

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